Trouble #5 - You are being watched

Wir leben in einem Zeitalter historisch beispielloser staatlicher und unternehmerischer Überwachung. Die wachsende Abhängigkeit unserer Gesellschaft von sozialen Medien, Smartphones und anderen Formen der digitalen Kommunikation hat eine stärker vernetzte Gesellschaft eingeläutet, die jedoch fast vollständig von der technologischen Infrastruktur massiver Telekommunikations-, Software- und IT-Unternehmen abhängig ist. Der Aufstieg des Überwachungskapitalismus hat auch staatlichen Geheimdienstnetzwerken wie der NSA eine unergründlich intime Momentaufnahme unseres persönlichen Lebens beschert. Heute wird alles, was wir online tun oder sagen, in riesigen Serverfarmen gesammelt und gespeichert, auf die Geheimdienstanalytiker und staatliche Sicherheitskräfte jederzeit zugreifen können.

Diese verbesserten Überwachungskapazitäten haben wiederum die traditionelleren Methoden der Sammlung von Informationen über politische Dissidenten revolutioniert, indem sie den lokalen und föderalen Polizeidienststellen helfen, die Netzwerke, die sie zu infiltrieren hoffen, zu kartographieren und potenzielle Ziele zu identifizieren, die am anfälligsten dafür sind, umgedreht und/oder gezwungen zu werden, ihre vermeintlichen Kameraden zu verraten. Doch selbst mit all diesen Mitteln fällt es Staaten auf der ganzen Welt immer schwerer, die Explosion der Verärgerung zu kontrollieren, die durch ihre immer strengere Politik der Umweltzerstörung und kapitalistischen Ausbeutung hervorgerufen wird.

In dieser Episode von “Trouble” interviewt das anarchistische Medienkollektiv sub.media einige Einzelpersonen über ihre Erfahrungen im Umgang mit Spitzeln und Informanten und untersucht einige der Möglichkeiten, wie wir Bewegungen aufbauen können, die widerstandsfähiger gegen staatliche und korporative Überwachung sind.

Anmerkung: Stellungnahme zu Green-Scare-Beklagten, die in Trouble # 5 behandelt wurden:

Diese Episode von Trouble enthält ein Interview mit Lauren Regan vom Civil Liberties Defence Center. Ein Teil dieses Interviews wurde für einen Beitrag über die so genannten Green-Scare-Beklagten verwendet, Mitglieder von ELF-Zellen, die im Rahmen der FBI-Operation Backfire verhaftet und strafrechtlich verfolgt wurden. Inzwischen sind wir darauf aufmerksam gemacht worden, dass einer der Mitangeklagten in diesem Segment, Nathan “Exile” Block, inzwischen ein Anhänger der Querfront und des okkulten Faschismus ist. Wir haben auch erfahren, dass seine Lebensgefährtin und Mitangeklagte, Joyanna “Sadie” Zacher, die ebenfalls in diesem Segment zu sehen war, in der Vergangenheit rassistische Äußerungen gemacht und die Ansichten “Exils” über den weißen Separatismus öffentlich verteidigt hat.

Weder Lauren noch Mitglieder von sub.media waren sich zum Zeitpunkt des Interviews oder der Veröffentlichung des Videos dieser Informationen bewusst, und wir teilen oder dulden diese Überzeugungen sicher nicht. Die Geschichte zeigt auf schreckliche Weise, wie sich faschistische Ideologie mit radikalem Umweltschutz vermischt, welche vom ideologischen “Blut und Boden”-Flügel der Nazis bis hin zur Kritik an den zerstörerischen ökologischen Auswirkungen des Kapitalismus reicht und in zeitgenössische Querfront-Ideologien eingebettet ist. Dies ist eine Bedrohung, und wir Anarchisten müssen wachsam sein, diese aufdecken und konfrontieren.

Der Verweis auf Exil und Sadie erfolgte im Zusammenhang mit ihrer Weigerung, Deals im Strafverfahren zu akzeptieren oder ihre Mitangeklagten zu verpfeifen, obwohl ihnen lange Gefängnisstrafen drohen. Diese Praxis der prinzipiellen Nicht-Kooperation unterstützen wir natürlich nach wie vor, aber es war nicht unsere Absicht, die faschistischen Überzeugungen von Exil zu verharmlosen oder zu rationalisieren, indem wir ihn und Sadie in einem positiven Licht darstellen.

sub.media dankt den Personen, die uns auf diese Informationen hingewiesen haben und verweist auf den Artikel der NYC Antifa: https://nycantifa.wordpress.com/2014/08/05/exile-is-a-fascist/.

Solidarität mit denen, die den Kampf gegen den Faschismus in all seinen Formen führen - sub.media