In Bayern bestimmt die CSU, was christlich ist

Äbtissin gewährt Kirchenasyl - und soll dafür in den Knast

2018 wurden die Regeln für das Kirchenasyl verschärft. In weniger als zwei Prozent der Fälle nimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ein Asylverfahren auf. Geflüchtete, die unter die Dublin-Verordnung fallen, müssen seit der Verschärfung 18 statt sechs Monate im Kirchenasyl ausharren, um vor einer Abschiebung sicher zu sein.

„Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Diese Losung geht auf Papst Leo XIII. zurück. Mutter Mechthild Thürmer, Äbtissin des Klosters Maria Frieden, gewährte bislang 30 Personen Kirchenasyl. Jetzt droht ihr das Amtsgericht Bamberg mit einer „empfindlichen Freiheitsstrafe“.

„Als Christin stehe ich in der Pflicht, Menschen in der Not beizustehen. Ich verstehe nicht, warum ich dafür jetzt bestraft werden soll.“

Der 62-jährigen Äbtissin wird „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ vorgeworfen. Eine Geldstrafe über 2.500 Euro aber ist die Ordensfrau nicht bereit zu zahlen, denn einer Schuld ist sie sich nicht bewusst.

Mutter Mechthild, die bayrische Gegenspielerin zu Horst „69 Abschiebungen zum 69. Geburtstag“ - Seehofer, lässt sich von juristischen Konsequenzen nicht einschüchtern.

via taz.de